HILFSMITTEL UND BEHANDLUNG
COPD-Selbsthilfegruppe Mönchengladbach
Die erste Maßnahme: Mit dem Rauchen aufhören!
Neben der medikamentösen Behandlung der COPD ist die Förderung der Konstitution von Patienten durch Bewegung und Sport essenziell wichtig.
Um weitere Belastungen des Atmorgans zu vermeiden, ist es wichtig, sich vor bestimmten Krankheiten durch Impfung zu schützen.
Ist die Sauerstoffsättigung im Blut bei fortgeschrittener COPD zu niedrig, ist die Zuführung von Sauerstoff mittels Sauerstoffkonzentratoren oder aus Flüssigsauerstoffbehältern erforderlich. Bei beiden Typen gibt es stationäre sowie mobile Anlagen.
Es gibt eine Vielzahl von Hilfsmitteln zur Verbesserung des Beschwerdebildes und zur Überwachung der COPD, wie Inhalierhilfen, Mess- und Atemtherapiegeräte.
Wichtige Hilfsmittel und Techniken im Überblick:
Atemtrainer PULMO-TRAIN 3
MillSTEPS Atemtrainer Schleimentfernungsgerät OPEP Gerät-
Übung zur Verbesserung der Lungenkapazität & zur natürlichen
Entfernung von Schleim aus den Atemwegen
Vibrations-PEP-Therapiesystem zur effektiven Schleimlösung
Inhalationshilfen
Aerochamber Plus Flow-Vu mit Mundstück
POWERbreathe MEDIC – Atemtrainer
Sauerstoffgeräte (Konzentratoren, Flaschen) für zuhause oder unterwegs bei schwerem Sauerstoffmange
Physikalische Hilfsmittel:
Vibrationsplatten: Ganzkörper-Vibration kann zur Stärkung der Beinmuskulatur und Verbesserung der Leistungsfähigkeit bei COPD beitragen.
Noppenball: Zur Mobilisierung des Brustkorbs bei Atemgymnastik.
Spezialstühle (VELA-Stuhl): Armlehnen helfen, eine aufrechte Haltung einzunehmen und die Atemmuskulatur zu entlasten.
Viele dieser Hilfsmittel, insbesondere Atemtherapiegeräte, sind auf Rezept erstattungsfähig und können von Ärzten verordnet werden.
COPD-Medikamente
Verschiedene COPD-Medikamente können
- die Symptome lindern,
- akuten Krankheitsschüben (Exazerbationen) vorbeugen
- und so das Leben der betroffenen Menschen erleichtern.
Die medikamentöse COPD-Therapie stellen Ärzt:innen individuell auf die Betroffenen ein. Welches Medikament eingesetzt wird, hängt von
- den COPD-Symptomen,
- der Schwere und Häufigkeit der Exazerbationen und von eventuellen COPD-Begleiterkrankungen ab.
Viele COPD-Medikamente werden eingeatmet (inhaliert). Dadurch können sie direkt in der Lunge wirken. Dabei ist die richtige Inhalationstechnik wichtig, damit genug Wirkstoff in die Atemwege gelangt. Eine genaue Einweisung gehört daher bei jedem neuen Inhalationsgerät dazu.
Cortison-Spray (inhalatives Cortison) bei COPD
Inhalatives Cortison (kurz ICS) empfehlen die Leitlinien nur für Personen mit höheren COPD-Stufen, bei denen trotz langwirksamer Bronchodilatatoren (LAMA und LABA) gehäuft akute Verschlechterungen (Exazerbationen) auftreten. Mittlerweile gibt es die Dreifachtherapie (Triple-Therapie) aus LAMA/LABA/ICS auch als fixe Kombinationstherapie.
Monoklonale Antikörper bei COPD
Monoklonale Antikörper gehören zu den sogenannten Biologika. Diese speziellen Proteine binden sich an bestimmte Zellstrukturen (Antigene) und können so unter anderem in Entzündungsprozesse eingreifen.
Seit Juni 2024 ist der erste monoklonale Antikörper für COPD zugelassen worden: Dupilumab. Der Wirkstoff kommt ursprünglich aus der Therapie der atopischen Dermatitis (Neurodermitis). Nun ist er unter anderem auch für COPD zugelassen – allerdings nur für COPD-Betroffene, bei denen eine LABA/LAMA/ICS-Dreifachtherapie nicht ausreichend hilft und die eine erhöhte Zahl von eosinophilen Granulozyten im Blut aufweisen.
Im Februar 2026 wurde ein weiterer Anikörper für COPD zugelassen, dabei handelt es sich um Mepolizumab.
Da das Medikament neu ist, liegen derzeit noch keine Erfahrungsberichte vor.
Weitere 3 Antikörper sind zur Zeit aber nur für Asthma-Behandlung zugelassen, wobei auch Untersuchungen für den Einsatz bei COPD durchgeführt werden.
Benralizumab ist seit 2018 für die Dauerbehandlung von eosinophilem Asthma bei Erwachsenen zugelassen. Studien untersuchen die Zuassung für COPD.
Omalizumab wird eingesetzt bei schwerem, persistierendem allergischem Asthma, chronischer spontaner Urtikaria (Nesselsucht). Für COPD liegt keine Zulassung vor.
Tezepelumab wird als Add-on-Erhaltungstherapie bei schwerem, unkontrolliertem Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren eingesetzt wird. Es konnte keine signifikante Reduktion der auf ein Jahr bezogenen Rate moderater bis schwerer COPD-Exazerbationen mit Tezepelumab im Vergleich zu Placebo festgestellt werden.
Bimagrumab ist ein weiterer monoklonale Antikörper, er wird zur Zeit in der Phase 2 zu klinischen Studien als Behandlungsoption für COPD – Patienten mit Kachexie (Muskelschwund / Auszehrung) untersucht.
Ziel der Therapie: durch die Blockade von einem Muskelwachstumshemmer Muskelmasse und -funktionen zu erhöhen.
Nebenwirkung: Adipöse mit Typ-2-Diabets haben im Schnitt ca. 20 % Ihres Körpergewichtes verloren, fast ausschließlich Fettmasse. Es ist z.Zt. auch als Abnehmmittel in Untersuchung.
